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Fast up to date: der neue Jeep Grand Cherokee

Grand Cherokee 2011

Grand Cherokee 2011

München, den 11. Juli (autaro) Im Herbst kommt der neue Jeep Grand Cherokee, der Inbegriff eines amerikanischen SUV, zumindest aus Sicht der Europäer. Denn während die wirklich großen Hausfrauenpanzer vom Schlage eines Chevrolet Suburban oder Cadillac Escalade eher selten den Weg auf den alten Kontinent finden, verkauft sich der Grand Cherokee hier bereits in der dritten Generation. Und da es sich bei der Neuauflage formal um ein Derivat der M-Klasse von Mercedes handelt, dürften auch die Verkaufszahlen der vierten Generation zumindest nicht stagnieren. Allerdings fehlen dem aus der alten Mercedes-Chrysler-Ehe entstanden Modell wichtige Voraussetzungen, um den Anschluss an die etablierte Konkurrenz zu halten: darunter vor allem sparsamere Motoren und Getriebe auf dem neuesten Stand.

Die Technik stammt aus erster Ehe

Mittlerweile Ist Chrysler mit Fiat liiert, doch für die Modelle aus der geschiedenen Ehe mit Mercedes liefert der Daimler-Konzern weiterhin die Motoren und entsprechende Technik-Komponenten. Das gilt allerdings offensichtlich nur für den bei der Entwicklung verinbarten Stand der Technik. Während die M-Klasse mittlerweile über ein modernes Siebengang-Automatikgetriebe und sogar über eine Version mit Hybridantrieb verfügt, müssen sich Chrysler Kunden mit Brot-und-Butter-Technik von vor Jahren zufrieden geben. Zur Auswahl steht allein ein Fünfgang-Wandler, Hybrid-Modelle oder gar einfache Zutaten wie ein Start-Stopp-System: Fehlanzeige. Dafür gestaltet sich die Motoren-Palette nach typisch amerikanischem Vorbild, Hubraum satt und Leistung im Überfluss.

Motoren aus einer vergangenen Ära

Während sich europäische Käufer zum überwiegenden Teil für den Diesel entscheiden werden, hat in den USA auch bei großen SUVs und Geländewagen der Benziner die Nase vorn. Diesel gelten dort nach wie vor als schlapp, laut und wenig chic, den TDI-Boom der 90er haben die Amerikaner komplett verschlafen. So ist der einzige Selbstzünder im Programm den auch der bekannte Dreiliter-V6 von Mercedes, der 218 PS liefert und gute 500 Newtonmeter auf die Kurbelwelle stemmt. Allein er dürfte adäquate Verbrauchswerte abliefern, Fünfgangautomatik hin oder her. Des Weiteren wird ein 3,6-Liter-V6-Benziner zur Auswahl stehen, 284 PS liefert und ein maximales Drehmoment von 353 Newtonmetern bereitstellt. Laut Chrysler soll der Durchschnittsverbrauch nach ECE-Norm 10,2 Liter je 100 Kilometer betragen, auszugehen ist daher wohl von einem Praxiswert um die 12 Liter. Wesentlich trinkfester dürften sich die beiden V8-Benziner zeigen, mit Hubräumen von 5,7 und 6,1 Litern. Der 5,7-Liter-Hemi leistet 365 PS und der ab 2012 geplante 6.1-V8 stolze 426 PS. Durchschnittsverbrauch? Jenseits von Gut und Böse.

Innen endlich Premium

Profitiert von der Zusammenarbeit mit Daimler haben die Amerikaner deutlich hinsichtlich der Qualität ihrer Fahrzeuge. Fühlte sich schon das Leder der Sitze bei den älteren Versionen an wie Kunststoff, geht sich die künftige Version im Innenraum deutlich feiner an. Nicht nur die Auswahl der Materialien fiel feiner aus, auch die Verarbeitung entspricht mittlerweile dem Klassenstandart. Hinzu kommen eine Komfort- und Sicherheitsausstattung, die sich nicht mehr hinter der Konkurrenz verstecken muss. Front- Seiten- und Fensterairbags sind mittlerweile ebenso Serie wie aktive Kopfstützen, die einem Schleudertrauma vorbeugen sollen. Dazu kommen ein Radar gestützter Schutz vor Auffahrunfällen, ein adaptiver Tempomat und ein System, dass den toten Winkel überwacht und den Fahrer beim Spurwechsel vor Kollisionen schützt. Auch die Unterhaltung der Passagiere kommt nicht zu kurz. Ein Festplatten-Multimediasystem mit Touchscreen sorgt ebenso für Kurzweile wie optionale Displays in der zweiten Reihe. MP3-Player können ebenfalls angeschlossen und dann über den Touchscreen oder das edle Multifunktionslenkrad aus Holz mit Lederbezug angesteuert werden.

Auch im Gelände macht der Neue eine gute Figur

Auch wenn schwere SUVs hauptsächlich auf dem Asphalt eingesetzt werden, haben die Entwickler dem Grand Cherokee ein ordentliches Arsenal an Offroad-Goodies mit auf den Weg gegeben. Neben dem bekannten Allradantrieb und einer Geländeuntersetzung stehen unter anderem ein Hill Start Assistant System und eine Hill Descent Control zur Verfügung, die den Fahrer über voreingestellte Geschwindigkeiten immens entlasten und das Scharren der Räder verhindern. Geregelt wird alles über einen Drehregler in der Mittelkonsole – chic.

Fazit: der Grand Cherokee hat durchaus Potential

Mit der vierten Generation unter der Mitregie von Mercedes ist Jeep bzw. Chrysler prinzipiell ein echter Wurf gelungen. Optisch wie technisch ist das SUV der europäischen Konkurrenz dichter auf den Fersen als je zuvor. Dazu kommt eine Material- und Verarbeitungsqualität, die sich endlich nicht mehr verstecken muss und eine angemessene Sicherheits- und Komfortausstattung. Dringend sollte Chrysler allerdings sparsamere Motoren und Getriebe der neuesten Generation nachschieben, hier fährt der Cherokee der Konkurrenz mit großem Abstand hinterher. Wer aber den Diesel wählt und sich mit dem Gasfuß zurückhält, könnte mit diesem Jeep aber durchaus glücklich werden. Das Aggregat erfüllt die Abgasnorm Euro-5, was sich auch bei der KfZ-Steuer bemerkbar macht. Zwar macht Chrysler noch keine Angaben zum Preis, doch das aktuelle Modell gibt es vor vereinbarten Rabatten schon zu Preisen ab rund 45.000 Euro. Außerdem scheinen Jeep-Fahrer zu den besonders vorsichtigen Vertretern ihrer Zunft zu gehören, was sich in vertretbaren Einstufungen bei der KfZ-Versicherung (hier geht’s zum Vergleich) niederschlägt. Der Grand Cherokee darf also auch auf dem alten Kontinent in eine vielversprechende Zukunft blicken – vorausgesetzt, die Entwicklung zeitgemäßer Antriebstechnik bleibt in der Fiat-Chrysler-Ehe nicht gänzlich stehen. (autaro)

Grand Cherokee 2011
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