Lexus News - der Artikel
Hybrid vom Feinsten: der neue Lexus LS 600h

München, den 23. Mai (autaro) Bei Lexus tut sich was, was nicht zuletzt mit dem zwanzigjährigen Firmenjubiläum der Edeltochter Toyotas zu tun hat. Ulrich Selzer, Geschäftsführer Lexus Deutschland blickt mit Stolz auf die vergangenen zwei Jahrzehnte zurück und betont die Leistung, sich „auf einem extrem schwierigen Markt für Premium-Fahrzeuge“ behauptet zu haben. Neben einem dezenten Facelift, dem Lexus alle seiner Baureihen unterzieht, steht eine straffe Neuorganisation des deutschen Vertriebsnetzes ins Haus. Momentan unterhalten die Japaner 41 „Foren“ in Deutschland – bei anderen Herstellern heißen solche schlicht Autohaus. Von diesen werden schließlich 32 übrig bleiben. Zudem betont Selzer, dass alle künftigen Modelle nur noch als Hybridfahrzeuge eingeführt werden und unterstreicht damit die Ambitionen eines besonders fortschrittlichen Flottenverbrauchs. Den Start wird der Lexus CT 200h machen, der den Einstieg in die Kompaktklasse bedeutet und die Gesamtstückzahl als Volumenmodell anheben wird.

Leistung satt, zu Lasten des Verbrauchs

Wir nehmen nun das Topmodell, den Lexus LS 600h als Vollhybrid mit Achtzylinder unter die Lupe. In Kombination mit Elektromotor ergibt sich damit eine Gesamtsystemleistung von 445 PS, die den Zweitonner in 6,3 Sekunden auf Stammtischtempo katapultiert. Die Höchstgeschwindigkeit ist bei 250 km/h elektronisch abgeregelt, den Durchschnittsverbrauch gibt Lexus mit 9,3 Litern je 100 Kilometer an. Erfahrungsgemäß sind solche Werte, die nach europäischer Norm auf dem Prüfstand ermittelt werden, in der Praxis kaum erreichbar, der Testwagen hatte selten Werte unter 12 Litern auf dem Display stehen. Daran änderte auch der per Knopfdruck aktivierbare Eco-Modus nichts.

Mehr Sicherheit serienmäßig

Besonderen Wert legten die Ingenieure bei der dezenten Überarbeitung auf die passive Sicherheit. So gehören aktive Kopfstützen, die einem Schleudertrauma vorbeugen sollen, ebenso zur Serienausstattung wie ein Fernlichtassistent und eine neue Bremsanlage vom italienischen Zulieferer Brembo. Letztere reagiert nun deutlich sensibler auf Bremsbefehle und lässt sich insgesamt feiner dosieren als ihre gefühllose Vorgängerin. In Verbindung mit dem serienmäßigen, permanenten Allradantrieb und der ausreichend gefühlvollen Lenkung ergibt sich damit ein erstaunlich handliches und vertrauenerweckendes Fahrgefühl.

Die Hybridtechnik glänzt mit Unauffälligkeit

Erstaunlich ist nach wie vor, wie unauffällig und zurückhaltend sich der V8 bei Bedarf zu- oder auch wieder abschaltet. Kein noch so kleiner Ruck verrät seine Tätigkeit und zu hören bekommen ihn die Passagiere allenfalls bei stärkerer Last. Dann offenbart auch das stufenlose CVT-Getriebe seine Schwäche, das das Drehzahlniveau empfindlich anhebt. Ganz generell geht der Benziner jedoch sehr unauffällig an die Arbeit und gefällt mit extrem seidigem Lauf.

Der Innenraum ist endlich Klassenstandard

Bislang war der Innenraum des LS eine zweischneidige Angelegenheit. Zwar war dieser sauber verarbeitet und machte auch auf der Holperpiste nicht mit Knistern oder Knarzen auf sich aufmerksam. Jedoch war die Auswahl der Materialien, gerade im Vergleich zur deutschen Konkurrenz nicht ganz Oberklasse. Insbesondere unterhalb der Sichtlinie kam auch im LS Hartplastik zum Einsatz. Dies hat sich geändert, der LS kommt nun deutlich hochwertiger daher. Außerdem verfügt das zentrale Display des Festplattennavigationssystems nun über LED-Technik und zeigt damit eine bisher unbekannte Brillanz. Die vielleicht größte Änderung betrifft allerdings den Kofferraum. Den Ingenieuren gelang es nämlich, die Akkus in zwei Kompartimente aufzuteilen, wodurch das nutzbare Kofferraumvolumen von 330 auf 420 Liter anstieg und damit endlich auf Augenhöhe mit den Modellen der Konkurrenz liegt. Das gilt längst auch für den Preis. 108.400 Euro ruft der Lexushändler in seinem Forum für den LS 600h auf – eine Menge Geld, auch wenn die Serienausstattung nahezu komplett ist. (autaro)