München, den 18. Juli (autaro) Fällt in unseren Breiten der Name Lexus, denkt man unwillkürlich an große japanische Limousinen, die unsere Platzhirschen mit Namen Mercedes S-Klasse, BMW 7er oder Audi A8 Konkurrenz machen. Die kleineren Modelle, insbesondere die IS-Baureihe, können sich hierzulande noch weniger gegen die etablierten Marken durchsetzen, als ihre großen Geschwister. Ändern könnte dies das neue Cabriolet der Baureihe, der Lexus IS 250 C.
Sportliches Design, knapper Kofferraum
Das gefällig gezeichnete Cabriolet trägt das typische, schlichte Gesicht der Marke Lexus und orientiert sich sichtlich an der Sportfraktion, die hierzulande vor allem durch BMW und Audi zusammengesetzt wird. Während die vertraute Front also praktisch eins zu eins von der Limousine übernommen wurde, erhielt das Heck eine neue Formensprache, die sich allerdings nahtlos in das Gesamtbild einfügt – die Designer haben in jedem Fall ganze Arbeit geleistet. Gegen Regen oder zu intensive Sonne schützt eine dreiteilige Metall-Klappdach-Konstruktion, die den gefälligen Proportionen nicht das Geringste anhaben kann. Außerdem zählt sie zu den schnellsten ihrer Klasse, die Verwandlung vom Coupé zum Cabriolet durchlebt der Lexus in gerade einmal 20 Sekunden. Allerdings wartet auch dieses Metalldach, wie seine Mitbewerber auch, mit einem konstruktionsbedingten Manko auf: bei geöffnetem Dach schrumpft das Kofferraumvolumen von vorher noch durchaus langstreckentauglichen 420 Litern auf klägliche 165 Liter zusammen. Und eine wirkliche Erweiterung bietet das Handschuhfach auch nicht.
Feines Finish im Innenraum
Im Innenraum dagegen gibt es nichts zu klagen. Hier regiert die markentypische Sachlichkeit, kombiniert mit feinen Materialien und ordentlichem Finish. Auch wenn der Lexus hier nicht ganz an die Perfektion eines Audi heranreichen kann. Die Fülle an Features, die praktisch alles zu bieten hat, was auf dem Markt in dieser Klasse derzeit bestellt werden kann, wird über konventionelle Knöpfe bedient, die über das gesamte Armaturenbrett und die wuchtige Mittelkonsole verteilt sind. Was anfangs verwirrend erscheint, nämlich die große Zahl eher kleiner Knöpfe, lässt sich jedoch nach ein wenig Gewöhnung fast intuitiv bedienen, ebenso wie das große zentrale Display mit Touchscreen. Allerdings schlagen die Extras auch ordentlich zu Buche: wer den Tempomat mit radargesteuerter Abstandsregelanlage ordert, muss dafür 3.500 Euro in die Hand nehmen. Dafür bremst das System dann aber auch bis in den Stand, wenn es nötig ist.
Das Sechsgangautomatik neigt zur Hektik
Wo 250 drauf steht, ist auch 250 drin: der Haubraum des V6 misst exakt 2.500 Kubikzentimeter und schöpft hieraus 208 PS. Von den 252 Newtonmeter des maximalen Drehmomentes spürt man nicht allzu viel. Schuld hieran tärgt in erster Linie das hohe Leergewicht, der IS 250 C wiegt leer bereits 1,7 Tonnen. Dann kommt allerdings auch noch die weiche Sechsstufen-Automatik dazu, in deren Drehmomentwandler der Restdruck des Motors verpufft. Will man zügig unterwegs sein, oder fährt bei höheren Geschwindigkeiten mit Tempomat, verfällt das Getriebe in planlose Hektik und nervt durch ständige Schaltrucke. Das passt so gar nicht zum sonst eher gediegenen Charakter dieses Reisegleiters. Womit wir auch wieder bei den Vorzügen wären: geht man behutsam mit dem Gaspedal zu Werke, darf man sich über Ruhe und entspannende Atmosphäre freuen. Die Audioanlage gehört eindeutig zur Spitze in dieser Klasse und der seidige Lauf des Motors bleibt eigentlich grundsätzlich im Hintergrund. Auch die Auspuffanlage wird selbst bei geöffnetem Verdeck kaum hörbar.
Ausgewogenes Fahrwerk
Als moderat darf man auch die Abstimmung des Fahrwerkes bezeichnen. Hier wurde ein gelungener Kompromiss zwischen Komfort und Sportlichkeit gefunden. Lediglich kurze Bodenwellen stoßen spürbar in den Innenraum hindurch, ansonsten herrscht Ruhe. Lediglich die Lenkung, die ansonsten ausreichend direkt abgestimmt wurde, fällt mit deutlichen Rückstellkräften auf, was bei zugiger Kurvenfahrt nerven kann.
Knapp unter 50.000 Euro geht es los
Erhältlich ist der ordentlich ausgestattete Lexus IS 250 C ab 49.650 Euro. Investiert man zusätzliche 3.700 Euro in die Luxury-Line Ausstattung, sind zusätzlich Bi-Xenon-Scheinwerfer, beleuchtete Einstiegsfußleisten und belüftete Vordersitze in besonders weichem Leder mit an Bord.