
München, den 18. August (autaro) Mit dem Qashqai ist Nissan ein großer Wurf gelungen, trotz des sperrigen Namens. Das SUV verkauft sich wie geschnitten Brot, das jüngste Facelift hielt die Optik aktuell. Diesen Erfolg wollen die Japaner nun eine Klasse tiefer fortsetzen, mit dem Nissan Juke. Ob es das eigenwillige Design des Juke ebenfalls auf über 200.000 Stück in drei Jahren bringen wird, bleibt abzuwarten. Fest steht jedenfalls, dass Nissan mit seinen ausgefallenen Modellen eine lukrative Nische gefunden hat, auch der auffällige Cube verkauft sich bestens.
Basis mit Frontantrieb
Grundsätzlich kommt der Juke mit Frontantrieb daher, schließlich wird er sich die meiste Zeit auf befestigten Straßen, vornehmlich vermutlich in der Stadt, bewegen. Wer es aber wissen will, der kann den Juke auch mit 190-PS-Turbo, Allradantrieb und Sperrdifferential an der Hinterachse bestellen. Durch dieses lässt sich die Antriebskraft beliebig zwischen linkem und rechtem Rad variieren, wodurch sich der Kleine auch durch grobe Schlammpisten wühlen kann. Doch auch der von uns getestete 110-PS-Diesel mit 1,5 Litern Hubraum und Frontantrieb hinterlässt schon einen ausgesprochen agilen Eindruck. Aus dem Drehzahlkeller heraus geht es zügig voran, der Selbstzünder nimmt willig Gas an und dreht mühelos bis in den roten Bereich des Drehzahlmessers. Darüber hinaus hat Nissan bei der Motor-Kapselung ganze Arbeit geleistet, das Diesel-Nageln dringt kaum bis in die Fahrgastzelle durch. Darüber hinaus läuft der Vierzylinder überraschend vibrationsarm. Das gut gestufte Sechsgang-Schaltgetriebe hilft außerdem, den Motor stets in seinem „Wohlfühl-Bereich“ zu halten, selbst auf der Autobahn bleibt der Nissan überraschend leise. Schade übrigens, dass sich der Basis-Benziner mir 1,6 Litern Hubraum und 117 Pferdestärken mit einem Fünfgang-Getriebe begnügen muss, vorausgesetzt man ordert ihn nicht mit dem stufenlosen CVT-Getriebe (Aufpreis: 1.400 Euro).
Individuell gestaltetes Interieur
So auffällig sich der Juke äußerlich gibt, so auffällig setzt sich das Design im Innenraum fort. Langeweile kommt hier nicht auf, die Mittelkonsole ist teilweise in Wagenfarbe lackiert und nachts fühlt man sich dank der hellen Beleuchtung ein bisschen wie in Tokyo mit all seinen Reklame-Tafeln. Trotz des juvenilen Auftrittes stimmt aber die Verarbeitungsqualität und die verwendeten Materialien genügen auch europäischen Ansprüchen. Dass der Juke kein Raumwunder ist, sieht man ihm bereits von größerer Entfernung an. Die Platzverhältnisse könnten, gemessen an der beträchtlichen äußeren Größe (Länge: 4,13 m, Breite: 1,76 m, Höhe: 1,57 m), großzügiger ausfallen. Sie reichen aber für den Alltag aus, auch hinten können zwei Erwachsene entspannt sitzen. Ein bisschen dürftig fällt der Kofferraum aus, der seine 251 Liter Ladevolumen nur erreicht, wenn man das Fach unter dem eigentlichen Laderaum mit einrechnet.
Faire Preisgestaltung
Der Basis-Benziner steht mit 16.990 Euro in der Liste. Dafür bekommt der Kunde bereits eine Klimaanlage, eine CD-Radio, sechs Airbags, ESP und die wichtigsten, in dieser Klasse üblichen Features. Der Top-Benziner mit 190 Turbo-PS und Allradantrieb hat des weiteren 17-Zoll-Alus sowie Navi und eine Rückfahrkamera mit an Bord. Hinsichtlich der Kfz-Versicherung (hier geht’s zum Tarifcheck) und der Steuer wird eine niedrige Einstufung erwartet (bei Steuer dank des kleinen Hubraums der aufgeladenen Motoren), zum Verbrauch sind noch keine verlässlichen Werte ermittelt. Außerdem bietet Nissan günstige Finanzierungsmöglichkeiten inklusive Wartung und Garantie an, was die Kosten kalkulierbar macht. (autaro)




