Die große Frage in der Automobilwelt lautet: Welcher Hersteller wird als erster das umweltfreundlichste Automobil der Welt herstellen? Der Schauplatz der großen Schlachten zwischen den führenden Herstellern beschränkte sich bis jetzt auf ein einziges Land, und das wird in den nächsten Jahren vermutlich auch so bleiben: Japan. Zwei Autoproduzenten kämpfen bitter und mit allen Kräften um den Titel „Umweltfreundlichster Autohersteller der Welt“. Während Toyota wenig von Konzeptstudien hält und so schnell wie möglich nahezu jede Entwicklung – von Hybrid-Antrieb über Erdgas bis hin zum Elektromotor – im Automarkt integriert, gibt sich Nissan mit einer Reihe von Studien-Modellen zufrieden. Doch diese zeigen eines: Der zweitgrößte japanische Hersteller hat alle Chancen, den umstrittenen Kampf für sich zu entscheiden.
Der Pivo II als Superstar
Vor etwa vier Jahren präsentierte der Hersteller den Pivo I. Damals lachte man mehr über das Modell als man ernsthaft darüber nachdenken wollte. Nur zwei Jahre später kam jedoch schon die aktuelle Studie, die auf der Tokyo Motor Show als ein Stadtflitzer der Zukunft triumphierte. Der Pivo II bewies einmal mehr, dass Nissan nur sehr selten mit seinen Modellen spielt und dass sogar die innovativsten und mutigsten Entwicklungen sehr schnell praxistauglich gemacht werden können.
Nicht erschrecken!
Wichtig zu wissen ist, dass der Pivo II kein normales Fahrzeug ist; jedenfalls kein Fahrzeug, das man zum jetzigen Zeitpunkt irgendwo treffen kann. Er ist ein Stadtflitzer der Zukunft. Seine Außenansicht ist mehr als ungewöhnlich und bietet optische Anlehnungen an Badespielzeug, Seifenspender oder extravagante Schlüsselanhänger. Die Akzente des Außenraums bilden die vier kleinen Rädchen, die an ausgestreckte Füßchen erinnern. Das City-Auto ist nur 2,6 Meter lang, was sämtliche Parkprobleme sofort in Luft auflöst. Die Kabine ist kugelförmig und verfügt über riesige Fenster, die dem Fahrer nebst Passagieren eine einmalige Rundumsicht ermöglichen. Noch interessanter ist die Tatsache, dass die Karosserie drehbar ist. Dieses Element ist erstaunlicherweise bei vielen Herstellern präsent, was den Gedanken erweckt, dass die Zukunft des Automobils der breiten Rundumsicht gehört und der Möglichkeit, jedes Teil des Fahrzeugs zu jedem Augenblick der Fahrt zu beobachten.
Anspruchsvolle Technik
Im Innenraum wartet der Pivo II mit einer Reihe von technischen Leckerbissen auf, die von Science-Fiction-Meisterwerken inspiriert sind. So übertragen zum Beispiel die Kameras in den A-Säulen ihre Bilder auf Bildschirme auf der Innenseite. Weitere Objektive an Bug und Heck fangen die gesamte Umgebung des Pivo ein und setzen diese zu einem 360-Grad-Bild zusammen. Unsere Beobachtung bestätigt sich nun einmal mehr: Der Fahrer muss ständig wissen, was mit seinem Auto passiert.
Das Highlight im Innenraum ist der Roboter, der die Rolle eines Fahrassistenten übernimmt. Er begrüßt freundlich den Fahrer, informiert ihn über sämtliche Gefahren, über die Temperatur draußen, mögliche Staus, Spritmenge, Defekte und vieles mehr. Doch das ist längst nicht alles: Mit diesem neu geschaffenen Freund kann sich der Fahrer unterhalten. Er kann während der Fahrt Fragen stellen, Musik auswählen und ihm Witze erzählen. Nissan-Ingenieure sind der Meinung, dass die Stimmung des Fahrers enorm zur Sicherheit des Automobils beiträgt.
Noch mehr anspruchsvolle Technik
Nichts weniger als ein 100%iger Elektromotor bewegt das abgefahrene Meisterwerk. Das bedeutet natürlich 0 Gramm CO2 und wenig Kohle für Sprit. Darüber hinaus sucht man hier nach Bremsen, Gaspedalen und Kupplung vergebens. All das übernimmt der Autopilot – die kabellose „drive-by-wire“-Technologie, die inzwischen völlig ausgereift und absolut zuverlässig erscheint. So kann die Zukunft kommen – ohne Abgas, ohne Lenkung und Getriebe, mit einem Roboter-Freund, der sich stets zu Diensten seines Besitzers stellt. Der Pivo II ist ein absolutes Highlight, das durch und durch fasziniert.