
München, den 30. August (autaro) Das schwedische Traditionsunternehmen Saab, das durch den holländischen Sportwagenhersteller Spyker Cars vor der drohenden Abwicklung gerettet wurde, steckt nach wie vor tief in den roten Zahlen. Seit seiner Übernahme durch General Motors (GM) im Jahr 1990 hatte Saab fast durchweg ein sattes Minus in der Bilanz, der Misswirtschaft von GM sei Dank. Doch auch unter holländischer Führung erschrecken die Zahlen – zumindest auf den ersten Blick.
Im ersten Halbjahr verbuchte Saab einen Verlust von 139 Millionen Euro, wie Spyker am vergangenen Freitag (27.08.) mitteilte. Man verfüge aber über ausreichend Kapital, die Produktion bis Jahresende fortzusetzen und plane daher keine Emission weiterer Anteile. “Eine fast leere Fabrik schlägt natürlich zu Buche”, erklärte Spyker- Chef Victor Muller den Millionenverlust. “Wichtig ist aber, dass wir im Plan liegen und sogar noch etwas besser.” Man habe im ersten Halbjahr 10.500 Fahrzeuge verkauft und plane einen Jahresabsatz von 45.000 Einheiten. Im nächsten Jahr lautet das Ziel: 80.000 Fahrzeuge, 2012 sollen dann bereits 120.000 Saab vom Band rollen. Allzu unwahrscheinlich scheinen diese Vorgaben nicht. Denn mit dem neuen Topmodell Saab 9-5 kommt die erste Neuentwicklung seit Jahren, die altgedienten Vorgänger konnten zuletzt nur noch wenige Käufer für sich begeistern. Und der 9-5 – wenn auch noch unter GM-Regie entwickelt, ist erst der Anfang. Mit dem SUV 9-4 und dem geplanten Kompaktwagen 9-2 werden weitere Attraktive Modelle folgen.
Kein Grund zur Panik also, auch wenn die Zahlen sich auf den ersten Blick erschreckend lesen. Sollten sich die Erwartungen hinsichtlich der Stückzahlen erfüllen, wird Saab spätestens mit dem Produktionsjahr 2012 wieder schwarze Zahlen schreiben. (autaro)