München, den 08. Juni (autaro) Der Toyota Prius verkauft sich dank seiner Vollhybrid-Technologie, also einer Kombination aus Benziner und E-Motor, die auch das rein elektrische Fahren ermöglicht, wie geschnitten Brot. Um an diesen Erfolg anzuknüpfen, bekommt nun auch Golf-Gegner Toyota Auris den Hybridantrieb, ab September wird die grüne Fuhre unter dem Kürzel “HSD” bei den Händlern stehen. Toyota erhofft sich vor allem Käufer, denen ein Prius wegen des radikal aerodynamischen Designs zu extravagant war, die aber trotzdem Wert auf ein sparsames und vermeintlich besonders umweltfreundliches Auto legen.
Wie auch im Prius kommt ein 1,8-Liter-Benziner mit vier Zylindern und 99 PS zum Einsatz, der durch einen 82 PS starken Stromer unterstützt wird. Bis zu einer Geschwindigkeit von 50 km/h kann der Fahrer sich also über nahezu lautloses Dahinrollen freuen, soll es schneller gehen oder werden größere Distanzen zurückgelegt, springt der Benziner an. Das geschieht zwar relativ unauffällig und in der Praxis überaus zuverlässig. Doch sich zeigt das stufenlose CVT-Getriebe des Auris HSD bei voller Leistungsabforderung von einer sehr störrischen Seite. Der Motor dreht sofort laut hörbar und hektisch in den höchsten Drehzahlbereich, die Leistung setzt aber erst deutlich verzögert ein. Ein Spaßmobil ist der Auris HSD also trotz der insgesamt ordentlichen Leistung keineswegs. Eher schon ein Sparmobil, wobei gleich vorweggenommen werden kann: die von Toyota angegebenen 3,8 Liter Benzin, mit denen sich der Hybrid auf 100 Kilometer durchschnittlich begnügen soll, sind in der Praxis eher selten zu erreichen. Wer mit unter fünf Liter auf 100 Kilometer fährt, kann sich bereits besonders umweltbewusst nennen.
Ansonsten ist der Auris erfrischen unaufgeregt, optisch von seinen konventionellen Geschwistern kaum zu unterscheiden. Allein der Drehzahlmesser musste einer Batterie-Anzeige weichen und anstelle des Schaltknüppels findet sich ein futuristischer Joystick wie im Prius auf der Mittelkonsole. Für 22.950 Euro wird der Auris HSD sicherlich auch hierzulande seine Käufer finden. (autaro)