München, den 6. Dezember (autaro) Zugegebenermaßen gehört die autaro-Redaktion zu den treusten Fans des legendären Trabant. Das liegt jedoch nicht an der momentan ach so in Mode gekommenen Ostalgie, sondern ausschließlich daran, dass der Trabant als protziger Stadtflitzer einen besonderen Charme besitzt. Die Marketing-Politik im ehemaligen Ostblock wollen wir an dieser Stelle freilich nicht besprechen; und von den Daten, dass zwischen 1957 und 1991 in Zwickau rund drei Millionen „Trabis“ gebaut wurden, lassen wir uns ebenfalls nicht beeindrucken. Denn diese Zahlen künden weniger vom Erfolg des Automobils als davon, dass man in den ehemaligen kommunistischen Ländern mit der Frage konfrontiert war „Trabi or no car at all?“
Zum Anfang – etwas Geschichte
Der Geburtstag des Trabant fällt auf den7. November. An diesem Tag im Jahr 1957 rollte der erste kommunistische Stolz vom Band der Zwickauer Fabrik. Das Modell sollte die Lücke im osteuropäischen Automobilkatalog des Segments der Kleinautos füllen. Mit ganz einfacher Technik und nur einem kleinen Zweizylindertriebwerk schaffte der Trabi dieses Ziel mit Bravour. Schnell wurde der Wagen zur erfolgreichsten Entwicklung des Ostblocks und auch noch zu einer absoluten Legende und Inspiration von nicht etwa nur einem oder zwei Gedichten und Liedern. Die Trabant-Hymne klingt etwa so:
Ein himmelblauer Trabant
Rollte durchs Land
Mitten im Regen
Der große Himmel war grau
Trübe und grau
Ich aber fuhr
Im himmelblauen Trabant
Quer übers Land
Mitten im Regen.
Interessant ist in diesem Werk vor allem der Kontrast zwischen dem grauen Himmel und dem himmelblauen Trabant. So wird der Wagen als ein Symbol der Freiheit, Perfektion und positiven Energie gefeiert. Während es draußen regnet, findet das lyrische Ich Frieden und Freude in der Kabine des Trabants. So wird das Auto zu einer Rettung nicht nur von der Naturkatastrophe (dem grauen Himmel und starken Regen), sondern auch von dem grauen Alltag, langweiliger, monotoner Existenz. Aber genug der Träume… zurück zum Trabi.
Eine Legende kehrt zurück
Auf der IAA 2009 wurde der neue Trabi vorgestellt. Entwickelt wurde das Modell von einem Konsortium, in dem der Miniaturwagenhersteller Herpa und der sächsische Autobauer IndiKar die führenden Rollen übernehmen. Der neue Trabi soll ein Null-Emissions-Fahrzeug mit potentem und technisch perfektioniertem Elektrotriebwerk sein. „Er wird als Elektroauto für die Stadt und den stadtnahen Bereich präsentiert“, sagte Ronald Greschewski, Geschäftsführer von IndiKar. Als Start für den neuen Wagen wurde das Jahr 2012 festgelegt. Bis dahin gibt es noch einiges zu tun – aus dem Projekt soll ein vollblutiges Elektro-Automobil werden. Der Erfolg ist dann sicher – wer würde den charmanten Mini-Wagen nicht lieben? (autaro)