
München, den 26. September (autaro) Ford lässt die nächste Generation des recht erfolgreichen Kompaktvans C-Max auf die Kundschaft los und erweitert die Palette um eine weitere Version: den Grand C-Max. wer nun vermutet, es handele sich um eine größere Version des C-Max, hat Recht: sieben Sitze passen in die Familienversion des C-Max, während der kleinere mit kürzerem Radstand nach wie vor mehr auf Sport macht. Außerdem verfügt der Grand C-Max anstelle der konventionellen hinteren Türen über zwei seitliche Schiebetüren, was das Ein- und Aussteigen auch in engen Parklücken noch ermöglicht und familiäres Ungemach wegen angeschlagener Türkanten verhindert.
Cleveres Innenraum-Konzept
Während die Konkurrenz wie beispielsweise der VW Touran oder der Mazda 5 ebenfalls über flexible Innenraum-Konzepte und Ablagefächer im Überfluss verfügen, haben sich die Ford-Ingenieure beim Grand C-Max etwas Neues einfallen lassen. Der mittlere Sitz in der zweiten Reihe verschwindet mit wenigen Handgriffen komplett und der Sitzfläche seines Nachbarn und stiftet so einen bequemen Durchstieg in die dritte Reihe. Da hätte man auch mal früher drauf kommen können, die einfachsten Ideen sind manchmal doch die besten. Ein wenig undurchsichtig geriet allerdings die Preispolitik. Während beim 14 Zentimeter kürzeren C-Max, ebenso wie beim großen Bruder S-Max, alles logisch und konsequent gestaffelt wurde, muss man sich beim Grand C-Max erst mal einen Überblick verschaffen. So kosten die beiden zusätzlichen Sitze 700 Euro Aufpreis, was sich allerdings angesichts des Basispreises von 20.100 Euro durchaus verschmerzen lässt.
Hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis
Überhaupt kann man Ford einiges vorwerfen, sicherlich aber keinen Wucher. Der von uns getestete Zweiliter-Diesel mit 163 PS steht mit 26.600 Euro in der Preisliste, das sind ausstattungsbereinigt gut 5.000 Euro weniger, als man für einen vergleichbaren VW Touran bezahlen muss. Und dieser hat noch nicht einmal die aufwendigen Schiebetüren mit an Bord. Möglich macht dies die konsequente Plattformstrategie. So baut auch der nächste Ford Focus und zahlreiche weitere Modelle auf der gleichen Plattform auf, wie C-Max und Grand C-Max. Und da auf diese Weise rund 2 Millionen Fahrzeuge des Ford-Konzerns jährlich jede Menge gleicher Teile verwenden, lässt sich mittels Stückzahl der Preis drücken.
Außen hui, innen pfui
Dass freilich nicht nur über die Stückzahl versucht wurde, den Preis zu drücken, offenbart sich im Innenraum. Zwar geriet das Design durchaus sportlich und chic, doch wurde viel zuviel billiger Kunststoff verbraut und das teilweise auch noch auf eine liederliche Art und Weise. Die Finger streichen meist über billiges Hartplastik, das noch dazu kratzempfindlich ist und billig riecht. Und auch die Ergonomie musste teilweise hinter dem sportlichen Design zurückstecken, was sich insbesondere in vielen kleinen Knöpfen und einem recht kleinen Display äußert, das auch noch zu weit vom Fahrer entfernt liegt.
Entspannter Reisegleiter
Insbesondere in Kombination mit dem Zweiliter Diesel und seinen 320 Newtonmetern maximalen Drehmoments eignet sich der Grand C-Max hervorragend für längere Reisen. Die 163 PS und das Drehmoment könnten sich zwar kräftiger anfühlen und sich gleichmäßiger über das Drehzahlband verteilen. Für die unaufgeregte Reise mit Tempi bis 180 reicht der Diesel aber völlig aus. Auch das serienmäßige Sechsganggetriebe sortiert die Gänge exakt und gut geführt, auch die Stufung passt. Die 1.750 Euro für das Doppelkupplungsgetriebe kann man sich prinzipiell sparen, zumal ein Verbrauchsvorteil kaum einzufahren ist und die Charakteristik des Doppelkupplungsgetriebes mehr der einer Wandlerautomatik gleicht. Angenehm laufruhig zeigt sich der Motor dank guter Kapselung. Man vernimmt zwar deutlich, dass man in einem Selbstzünder Platz genommen hat, doch im Innenraum herrscht meist eine angenehme Ruhe. Allein die Abrollgeräusche dringen bisweilen deutlich vernehmbar in den Innenraum vor und sind stets das dominierende akustische Element.
Fazit
Der Grand C-Max ist ein durchaus gelungener Wurf. Sicher, gerade im Vergleich zur deutschen Konkurrenz hat er hinsichtlich Qualität und Verarbeitung seine Schwächen und reicht nicht ganz an deren Perfektion heran. Dafür ist er aber auch gut 5.000 Euro billiger und erwartungsgemäß bei Steuer und Versicherung (hier geht’s zum Vergleich) ebenfalls ein Kostverächter. Dazu kommt eine gut Serienausstattung, die bei Sicherheit und Komfort kaum Wünsche offen lässt. Wer außerdem 3.500 Euro in die Ausstattungslinie Platinum investiert, braucht in der restlichen Aufpreisliste kaum mehr Kreuzchen zu machen. Vom Audiosystem über Klimaautomatik bis hin Leichtmetallrädern und Regensensor ist dann alles Bord, was im Alltag so gebraucht wird. (autaro)



