
(Fotos: Mazda)
München, den 03. Oktober 2011 (autaro) Der japanische Hersteller Mazda hat sich mit der Entwicklung eines kompakten SUV á la VW Tiguan eine ganze Weile Zeit gelassen. Während die Japaner beispielsweise mit dem heckgetriebenen Roadster MX-5 Trendbewusstsein bewiesen und die deutsche Konkurrenz mächtig unter Druck setzten, war es im Bereicht der leichten Geländewagen genau umgekehrt. Und erste Blicke auf den Japan-Kletterer und in sein Datenblatt beweisen: die lange Entwicklungszeit könnte sich gelohnt haben. Allein das Design überzeugt schon auf den ersten Blick, der CX-5 wirkt kompakt, sportlich, schnittig. Kein Vergleich zu Konkurrenten wie Renault Koleos oder Ford Kuga, erst recht nicht zum Klassenprimus Tiguan. Zwar ist auch der Mazda fast 1,70 Meter hoch und mit 4,50 Metern Länge eine stattliche Erscheinung. Die Proportionen und Detail wie der Dachspoiler lassen ihn aber optisch kompakter erscheinen, außerdem streckt der 2,70 Meter lange Radstand die Fuhre ordentlich in die Länge.
Ist nicht Raum der wahre Luxus?
Auch im Innenraum setzt sich der positive Gesamteindruck fort. Vorn herrscht Platz im Überfluss, Fahrer und Beifahrer nehmen auf üppig dimensionierten Fauteuils Platz und haben nach allen Seiten hin ausreichend Luft. Das gilt aber – und das ist die eigentliche Überraschung – auch für Reihe zwei. Die bequeme und gut konturierte Rückbank lässt sich zwar nicht in der Länge verschieben und groß gewachsenen Menschen könnte es auf langen Reisen an Schenkelauflage mangeln. Die Beinfreiheit kann hingegen wirklich überzeugen, der lange Radstand spielt hier geschickt einen seiner vielen Vorteile aus. Und auch die nach hinten dynamisch abfallende Dachlinie lässt nur von außen befürchten, in den hinteren Reihen könnte zu wenig Luft zwischen den Köpfen der Passagiere und der Dachlinie zirkulieren. Und schließlich die Gepäckabteilung: auch hier verschwinden 500 Liter Ladegut ohne Probleme, das Ladeabteil ist eben und dank niedriger Ladekante gut zu bestücken. Und sollte mehr Platz benötigt werden, klappt die Rückbank auf Knopfdruck zusammen und erweitert den Frachtraum um ein Weiteres, dazu bleibt der Ladeboden ebenfalls eben.
Solidität und ordentliche Materialauswahl
Wer einmal die Fingerspitzen über die Oberflächen des Mazda-SUV streichen lässt, stellt fest, welche Welten zwischen der Verarbeitungsqualität früherer Japaner und heutigen liegt. Die Oberflächen gefallen durch Softtouch-Haptik, die Spaltmaße stimmen und alle Schalter und Hebel geben beim Einrasten ein sattes „Klick“ von sich und melden mit definierten Druckpunkten zurück. Außerdem knistert oder klappert in diesem Mazda nichts mehr, die Karosserie erscheint außerordentlich verwindungssteif.
Neuartiges Bedienkonzept
Bei der Bedienung beschreiten die Japaner neue Wege: ähnlich dem zentralen Dreh-Drück-Schalter, den erstmals BMW mit seinem iDrive einführte, lassen sich auch die vielen Funktionen des CX-5 über einen mittig sitzenden Knopf bedienen. Hinzu kommt allerdings noch ein Touchscreen in der Mittelkonsole, der griffgünstig platziert wurde und dem Fahrer die Bedienung zusätzlich erleichtert. Zudem befindet sich das SUV hinsichtlich Kompatibilität und Vielseitigkeit vollends auf der Höhe der zeit. Ob per Bluetooth oder Kabel, iPod, Telefon oder andere Geräte lassen sich problemlos anschließen und über den Zentralschalter steuern. Und schließlich, soviel Zeit muss sein: die Optik gefällt. Drei klassische Rundinstrumente in chromumrandeten Röhren deuten auf eine gewisse Fahraktivität hin, das griffgünstige Lederlenkrad mit drei Speichen, Multifunktionskonsole und feinem Aluminium sorgt zusätzlich für eine sportliche Note. Und schließlich der kurze und griffgünstige Schaltknüppel, aber dazu später mehr.
Diesel mit Doppelturbo, Benziner komplett ohne
Einen eigenen Weg beschreitet Mazda bei den Motoren. Während allerorts zunehmend auch die Benziner auf kleinen Hubraum getrimmt und dafür mit Turbolader ausgestattet werden, verzichtet Mazda bei diesen völlig auf die Zwangsbeatmung. Stattdessen haben die Ingenieure den Wirkungsgrad des Vierzylinders optimiert, insbesondere durch eine höhere Verdichtung. Mit 14:1 sucht der Ottomotor in diesem Segment vergeblich nach vergleichbaren Konkurrenten und entwickelt immerhin 165 PS aus zwei Litern Haubraum. Das maximale Drehmoment liegt harmonisch über das gesamte Drehzahlband verteilt an und entwickelt seine Kraft ohne den turbotypischen Punch. Allerdings will der Motor für flotte Fahrten auch bei Laune gehalten werden, höhere Drehzahlen sind in diesem Falle angesagt, die dann wiederum den Verbrauch in die Höhe treiben. Umgekehrt halten die Japaner es bei den Selbstzündern. Der 2,2-Liter-Verizylinder kommt mit 150 oder 175 PS daher und ist in jedem Falle doppelt aufgeladen. Das Ergebnis: der 175-PS-Diesel stemmt 420 Newtonmeter maximales Drehmoment auf die Kurbelwelle, das wiederum serienmäßig auf alle vier Räder verteilt wird. Der kleinere Diesel und der Benziner kommen serienmäßig mit zwei angetrieben Rädern aus, sind aber gegen Aufpreis auch als Allradler lieferbar. Apropos Aufpreis: das optionale Automatikgetriebe macht seine Sache mit sechs Stufen zwar auch sehr ordentlich, schaltet weich und schluckt wenig Drehmoment. Das serienmäßige Sechsganggetriebe macht allerdings soviel Laune, dass selbst eingefleischte Automatik-Fahrer zweimal überlegen sollten, ob sie nicht zur manuellen Box greifen. Derart kurze Schaltwege und präzise geführte Gassen bietet aktuell keiner, hier kann sich der Mazda selbst mit der Konkurrenz aus München messen – Chapeau!
Der CX-5 ist ein Leichtgewicht
Die eigentliche Sensation beim Mazda CX-5 aber ist sein revolutionäres Leichtbau-Konzept. Dank hochfester Stahlkonstruktionen, Aluminium und Magnesiumverbindungen und vieler weiterer kleiner Innovationen bringt es das stattliche SUV auf ein Leergewicht unterhalb von 1.400 Kilogramm. Damit ist es kaum schwerer als ein gut ausgestatteter VW Golf und sollte die Konkurrenz zum Grübeln animieren. Nicht zuletzt deshalb kommen die Diesel auf einen Durchschnittsverbrauch von 4,8 Liter Diesel und der Benziner mit 6,1 Liter ebenfalls auf einen hervorragenden Wert. Hierfür gehört den Japanern tatsächlich ein Preis verliehen!
Preis-Leistungs-Verhältnis
Noch stehen die Preise für den Mazda CX-5 nicht fest, erwartet wird aber – typisch Mazda – ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Bei der Kfz-Steuer dürfte der Japaner wegen des Hubraums zwar allenfalls Durchschnitt sein, hinsichtlich Kfz-Versicherung und Kasko-Versicherung kann allerdings in dieser Klasse grundsätzlich mit relativ hohen Kosten gerechnet werden (hier können Sie alle Modelle vergleichen). Besonders fortschrittlich soll das SUV allerdings in Sachen Wertstabilität sein: „Unser Ziel war es, ein Fahrzeug zu entwickeln, dessen Anziehungskraft über einen langen Zeitraum frisch bleibt und der seinen Besitzer über Jahre hinweg mit Freude und Stolz erfüllt“, sagt CX-5 Programm-Manager Hideaki Tanaka. „Der CX-5 soll das Beste aller Welten bieten, um sich den unterschiedlichen Lebensstilen und Lebenssituationen unserer Kunden perfekt anpassen zu können und ihre hohen Erwartungen über einen langen Zeitraum zu erfüllen. Unser Bestreben war die Innovation des Fahrvergnügens. Der CX-5 erreicht dieses Ziel durch seine Erscheinung, sein präzises Handling, seine durchdachte Funktionalität und seine langanhaltende Anziehungskraft.“
Fazit
Der CX-5 könnte für Mazda der ganz große Wurf werden. Optisch gelungen, qualitativ hochwertig und für ein SUV sensationell leicht – wenn die beliebten, leichten Geländewagen dauerhaft eine Zukunft haben, dann diese. (autaro)

Knackiges Heck

Seine Länge von 4,50 Metern sieht man dem CX-5 kaum an

Die neue Mazda-Optik gefällt

Hochwertiges Interieur

… mit feinen Materialien

… und ordentlichem Finish

Das manuelle Sechsganggetriebe ist der Knaller

Da geht was rein