
(Fotos: Volvo)
München, den 09. August 2011 (autaro) Mit einer Vielzahl an Neuerungen und Modifikationen will der schwedische Traditions-Hersteller Volvo, ebenso wie die Konzernmutter Geely aus China, den Top-Kombi V70 in Schwung zu halten. Auch wenn sich die Verkaufszahlen bei uns auf einem stabilen Niveau halten, könnten sich mehr Käufer für einen V70 entscheiden. Die Konkurrenten BMW, Audi oder Mercedes haben jedenfalls einen weit größeren Marktanteil, obwohl Volvo sich technisch keineswegs verstecken muss, optisch erst recht nicht. Und schließlich sind die Angebote aus Skandinavien immer schon ein paar Tausender billiger gewesen als die Premium-Konkurrenz in Deutschland, bei meist mehr individueller Ausstrahlung.
Sondermodelle und viel High Tech
Um bis zur Serienreife der geplanten Hybrid- und Elektro-Modelle weiter konkurrenzfähig zu bleiben, hat Volvo weiter an den Spritpar-Techniken gearbeitet. Mittlerweile sind vier der verfügbaren Motoren mit einem Start-Stopp-System ausgerüstet, außerdem kommt ein neuer Top-Diesel mit deutlich mehr Leistung und kleinerem Verbrauch. Die effizienten DRIVe-Modelle markieren weiterhin die Spitze in Sachen Effizienz und Umweltverträglichkeit, darüber hinaus gibt es eine zusätzliche FlexiFuel-Variante. Um der Volvo-Domäne Sicherheit weiter gerecht zu bleiben, wurde das City Safety System allen V70 serienmäßig spendiert, optional kann eine innovative Fußgänger-Erkennung mit automatischer Notbrems-Funktion geordert werden. Und schließlich gibes den V70 nun als exklusive Volvo Ocean Race Edition, die neben einer besonders feinen Ausstattung ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis bietet. Doch auch die Serienmodelle wurden innerlich aufgewertet, neben viel Aluminium, Edelstahl und Holz sorgen weiter das skandinavische Design im Bang und Olufsen Stil zur kühlen aber gediegenen Atmosphäre bei. Besonderes Gimmik: durch eine VOC-Applikation kann der Volvo Fahrer auch mit seinem Smartphone auf verschiedene Fahrzeugfunktionen zugreifen. Derartiges bietet sonst kaum ein anderer Hersteller.
Neue Motoren
Wie ernst es die Chinesen mit Volvo meinen, zeigt sich auch an der überarbeiteten Motorenpalette. Hatten Skeptiker anfangs noch den Untergang der schwedischen Traditionsmarke orakelt und den Chinesen einen Flop prophezeit, ist es um diese mittlerweile still geworden. Volvo steht deutlich besser da, als seinerzeit unter Ford, die Motorenpalette ist durch und durch auf dem neuesten Stand. Vom V70 DRIVe mit 1,6-Liter-Dieselmotor, der 115 PS leistet sich mit 4,5 Liter auf 100 Kilometer zufrieden gibt und einen CO2-Wert von 119 Gramm pro Kilometer vorweisen kann bis zum Dreiliter-Sechszylinder mit 304 PS im V70 T6 gibt es eigentlich alles, was sich der Kunde wünschen kann. Dazwischen summt noch ein 3,2-Liter-Sechszylinder mit 243 PS Leistung und zwei Vierzylinder-Benzinern. Diese leisten dank Turboaufladung und Direkteinspritzung 180 PS (V70 T4) oder 240 PS (V70 T5). Die FlexiFuel-Variante V70 T4F kann wahlweise mit Ethanol oder Benzin befeuert werden, leistet daher aber prinzipiell keinen Beitrag zum Umweltschutz – Bio-Ethanol (E 85) trägt seinen Namen eher aus Marketinggründen denn aus echter Berechtigung. Schließlich steht noch der V70 D3 mit seinem 163 PS starken, herrlich brabbelnden Fünfzylinder im Programm, als stärkster Diesel der D5, der ebenso herrlich brabbelt aber stolze 215 PS generiert.
Modifizierter Innenraum
Als erste Neuerung springt das zentrale Farbdisplay ins Auge, das nun wie bei Audi, BMW oder Mercedes unter einer Hutze rechts neben den beiden klassischen Rundinstrumenten untergebracht ist. Damit liegt die serienmäßige Informationseinheit ebenso gut im Blickfeld des Fahrers, wie das vorher lieferbare, elektrisch ausfahrende Display. Es ist aber mittlerweile frei von äußeren Lichteinflüssen und lenkt daher weniger von Fahren ab. Zudem wurde die Bedienbarkeit verbessert, Volvo spricht von einer intuitiven Bedienung, „ohne dass vorher lange in der Bedienungsanleitung gelesen werden muss.“ Die Bedienung geschieht übrigens über die Tasten am serienmäßigen Multifunktionslenkrad und die Tasten auf der Mittelkonsole. Zu einem zentralen Dreh-Drück-Schalter konnte man sich in Schweden bislang nicht durchringen – der Bedienbarkeit tut dies keinen Abbruch. Ansonsten ist alles, wie wir es vom aktuellen Modell her gewohnt sind. Feine Materialien, hervorragend gedämmte Motoren, eine penible Verarbeitung und beeindruckendes Design. Wohlfühlatmosphäre auf skandisch eben, inklusive der frei schwebenden und filigranen Mittelkonsole. Eine automatische Parkbremse gehört im Modelljahr 2012 ebenso zum Serienumfang wie Nebelscheinwerfer, 16-Zoll-Aluminiumfelgen, Colorverglasung und eine Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung. Zudem sind Klimaautomatik mit Aktivkohlefilter und automatischer Umluftschaltung, ein Bordcomputer, Tempomat und das CD-Soundpaket Performance Sound mit an Bord.
Bekannt agiles Fahrwerk
Das Fahrwerk wurde weitestgehend so belassen, wie wir es bereits kennen. Wer nicht zum optionalen R-Paket greift und das Fahrwerk dadurch entsprechend nachschärft, kann sich über ausgewogenen Federungskomfort, leise Abrollgeräusche und eine sensible Lenkung freuen. Im R-Design gerät all das eine Spur härter, ohne jedoch unkomfortabel zu wirken. Optisch sind indes die R-Design-Felgen neben üppigeren Schwellern, einer Sportauspuffanlage und weiteren Details eins echter Hingucker.
Sicherheit ist seit jeher Trumpf
Neben dem erwähnten City Syfety System mit automatischer Fußgänger-Erkennung und Notbrems-Funktion sind selbstverständlich die sonst üblichen Extras wie Totwinkel-Warner, Spurhalteassistent, das Seitenaufprall-Schutzsystem SIPS, die optimierten Kopf-Schulter-Airbags und das Schleudertrauma-Schutzsystem WHIPS mit an Bord, daneben freilich ABS ESP und die übliche Armada an Luftkissen. Außerdem schützt das Volvo-Notrufsystem on Call in brenzligen Situationen und verhindert, dass ein von der Fahrbahn abgekommenes Fahrzeug übersehen wird.
Faires Preis-Leistungs-Verhältnis
Zu einem nicht zu unterschätzenden Prestige und dem sprichwörtlichen Zeugnis für guten Geschmack, Individualismus und Understatement bietet der Volvo V70 vor allem: ein noch wirklich skandinavisches Design, viel Auto fürs Geld, eine hervorragende Ausstattung und jede Menge Platz. Zum guten Angebot kommen grundsätzlich günstige Einstufungen bei der Kfz-Versicherung und bei der Kasko-Versicherung (hier geht’s zum Vergleich). Die Abgaben für die Kfz-Steuer schwanken stark, je nach Verbrauch des Modells und dessen Hubraum. Sensationell preiswert gibt sich der V70 DRIVe, der wirklich ausreichende Fahrleistungen beschert und sein Verbrauchs-Versprechen von 4,5 Liter Diesel pro 100 Kilometer prinzipiell hält. Wer sich häufig auf Langstrecken bewegt und nicht ständig mit dem Fuß in der Ölwanne steht, wird ihn als komfortablen Sparmeister nicht mehr missen wollen.
Fazit
Auch im neuen Modelljahr ist der Volvo V70 eine echte Alternative zur etablierten Konkurrenz und bietet viel Auto fürs Geld. Wer möchte, kann ihn als sportliche Granate bestellen, bezahlt dann jedoch wie bei der Konkurrenz auch eine Menge Geld für den laufenden Unterhalt. Das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bietet neben einem guten Gewissen der Umwelt gegenüber der Spar-Diesel DRIVe. Komfortabel wie die anderen, ausreichend motorisiert und dabei sensationell sparsam hat diese Kombination einen Preis verdient. Aber auch die Fünffzylinder fressen dem Fahrer nicht die Butter vom Brot, gefallen mit tollem Sound und haben, besonders in der 215 PS starken Topversion, richtig Druck unter der Haube. (autaro)

Der Volvo V70 als Ocean Race Edition

Volvo V70 R-Design

Geblieben ist die dynamische Silhouette

Skandinavische Wohlfühlatmosphäre

Nüchtern und informativ: die klassischen Rundinstrumente mit zentralem Display

Gebürstetes Aluminium und Softleder in Beige