München, den 06. April 2011 (autaro) Hinterfragt man die Existenzberechtigung eines Cross Polo oder eben des neuen Cross Touran einmal rational, kommt man schnell zu einem vernichtenden Schluss. Emotional hinterfragt, ergibt sich allerdings ein anderes Bild. Es handelt sich bei solchen Ablegern ihrer zivilen Brüder nämlich streng genommen um Mogelpackungen. Sie kommen ohne Allradantrieb daher, verfügen aber über etwas mehr Bodenfreiheit, über einen leichten Unterfahrschutz und über eine deutlich kernigere Optik. Und während die einen sagen, man bräuchte diese Versionen etwa so dringend wie ein drittes Knie, kontern die anderen mit einem durchaus ernst zu nehmenden Argument: der größte Teil in Deutschland zugelassener SUV wird praktisch nie abseits befestigter Straßen bewegt, die meisten kaufen solche Spritfresser allein wegen der erhöhten Sitzposition und weil sie eben im Trend liegen und so chic aussehen. Der Cross Touran bietet solche Vorzüge, verzichtet aber auf den Allradantrieb, der den Verbrauch in die Höhe treibt.
Der CrossTouran macht dicke Arme
Neben dem bereits erwähnten Unterfahrschutz und dem um 20 Milimeter aufgebockten Fahrwerk verfügt das Cross-Paket im Touran über markante Details wie verbeiterte Radhäuser aus Kunststoff und mischbereifte Leichtmetallfelgen im 17-Zoll-Format. Das lässt ihn optisch deutlich kerniger erscheinen, gaukelt so manchen Käufer vielleicht auch ein Mehr an Solidität vor. Im Innern sorgen spezielle Sitzbezüge und zahlreiche andere Details für eine aparte Optik, der Rest, eingeschlossen die hohe Variabilität und die problemlose Bedienung, kennen wir vom herkömmlichen Touran.
Optik vor Komfort
Leicht nachteilig wirken sich alle die kleinen Modifikationen auf den Fahrkomfort aus. Der von uns getestete TSI EcoFuel CrossTouran mit Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe läuft zwar genauso leise und das Automatikgetriebe macht seine Sache ebenso unauffällig wie sonst. Doch rollt der CrossTouran spürbar holpriger ab als sein serienmäßiger Teilespender und die Abrollgeräusche lassen sich besser vernehmen. Insgesamt jammern wir freilich gerade auf verdammt hohem Niveau.
TSI-Motor über jeden Zweifel erhaben
Der 1,4-Liter-TSI, der hier in Verbindung mit dem siebenstufigen DSG sein Werk verrichtet, gehört einfach zur Spitze der Motorenbaukunst. Sein maximales Drehmoment von 220 Newtonmetern liegt in einem breiten Drehzahlbereich an (1.500 bis 4.500 Newtonmeter), was auch das Getriebe weiß. Es schaltet daher erst zurück, wenn dies wirklich notwendig ist, bleibt ansonsten in der aktuellen Stufe und lässt das Drehmoment über die Antriebswelle herfallen. Das senkt nicht nur den Verbrauch sondern trägt ebenfalls maßgeblich zum ausgewogenen Fahrverhalten bei. Die 150 PS sind dabei für den Touran völlig ausreichend, was die Fahrleistungen belegen: von Null auf Tempo 100 geht es in 10,2 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit wird bei 198 Stundenkilometern erreicht. Dabei hält sich der Verbrauch in vergleichsweise niedrigen Grenzen. Der von VW angegebene Durchschnittsverbrauch von 7,4 Kubikmetern Erdgas pro 100 Kilometer lässt sich zwar nur bei sehr vorsichtigem Umgang mit dem Gaspedal erreichen, in der Praxis kommt man aber mit acht bis neun Kubikmetern gut hin. Für weniger bewanderte auf dem Gebiet der Physik: der von Volkswagen angegebene Wert von 7,4 Kubikmetern entspricht 4,8 Kilogramm – die Umrechnung in den mit Benzin vergleichbaren Liter gestaltet sich schwierig und ist wegen der unterschiedlichen Dichte und deren Temperaturabhängigkeit ungenau. Wer grob 1:1 rechnet, kann sich aber einen (ebenfalls groben) Überblick verschaffen.
Unschlagbare Kilometerkosten
Da Autogas, namentlich das in Deutschland zumeist verwendete LPG („Liquefied Petroleum Gas“) wesentlich günstiger ist, als Benzin, spart man mit jedem gefahrenen Kilometer. Wie viel das im Einzelnen ist, hängt vom Mehrpreis des Fahrzeugs gegenüber dem vergleichbaren Benziner und von der jährlichen Laufleistung ab (hier geht es zum Vergleichs- bzw. Amortisationsrechner). Hinzu kommt eine sehr saubere Verbrennung, was den Motor im Falle des Touran wiederum fit für die Abgasnorm Euro 6 macht. Dies führt wiederum zu einer Ersparnis bei der Kfz-Steuer. Und schließlich gehören die Fahrer eines gasbetriebenen Fahrzeugs naturgemäß zu der eher bedächtigen Sorte, die grundsätzlich eher selten in Unfälle verwickelt ist. Dies führt schließlich dazu, dass auch bei der Kfz-Versicherung bares Geld gespart werden kann, da die Schadensfreiheitsklasse geringer ausfällt.
Gewohnt variabler Innenraum
Am Innenraum gibt es auch mit der Cross-Ausstattung nichts zu tadeln, Platz herrscht im Überfluss und die Variabilität ist hervorragend. Eine dritte Sitzreihe, die dann allerdings das Kofferraumvolumen empfindlich einschränkt, ist gegen einen Obolus von 715 Euro erhältlich. Stehen nur fünf Stühle im Touran, fasst das Gepäckabteil ordentliche 695 Liter Ladegut.
Qualität hat ihren Preis - Fazit
Dass der Touran auch in der Cross-Variante kein Billigheimer ist, sieht, fühlt und riecht man. Die Produkte aus dem Hause Volkswagen setzen sich im Vergleich mit der Konkurrenz stets aus hochwertigsten Materialien zusammen und sind tadellos verarbeitet. Dazu kommt, dass sich der Preis durch eine Flut an verführerischen Extras problemlos in die Höhe treiben lässt. Wer aber mit dem Notwendigsten zufrieden ist und einen geräumigen, variablen Van mit geländegängiger Optik in Premiumqualität sucht, ist mit einem unschlagbaren Kilometerpreis im CrossTouran EcoFuel zum Preis von 31.375 Euro bestens aufgehoben. (autaro)







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