
(Foto: Audi)
München, den 17. November 2011 (autaro) Zwar gibt es noch keine verlässlichen Informationen darüber, ob und wann das Konzept tatsächlich in Serie geht. Die Chancen, dass Audi ein lange in Vergessenheit geratenes Motorenkonzept wiederbelebt, stehen allerdings nicht schlecht: den Wankelmotor. Schließlich blickt Audi auf eine gewisse Tradition in der Fertigung des damals revolutionären Rotationskolben-Motors zurück und hält noch immer teilweise das Patent. Im NSU Ro80 kam der Wankel zu kurzem Ruhm, schließlich musste das durch und durch revolutionäre Fahrzeug aus Kostengründen leider eingestellt werden. Ansonsten haben sich bislang nur Mercedes und Mazda weiter dem Wankelmotor gewidmet, als einziger fertigt Mazda den RX-8 und damit einen Kreiskolben-Sportwagen in Serie. Wenn nichts gravierendes mehr dazwischen kommt, so Audi-Projektleiter Dietrich Engelhart, “dann könnte im Jahr 2013 der Verkauf beginnen.”
Das Grundkonzept im Audi A1 E-Tron mit Range Extender ist nicht neu. Opel baut mit dem Ampera bereits in Serie einen Stromer, der bei Bedarf Unterstützung durch einen Verbrennungsmotor erhält. Allerdings tut im Ampera ein konventioneller Vierzylinder seinen Dienst als Generator, im Audi ist ein besonders kleiner und leichter Wankelmotor vorgesehen. Um den Antrieb kümmert sich allerdings grundsätzlich ein Elektromotr, erst wenn die 12 kWh leistende Batterie nach ca. 50 Kilometern rein elektrischer Fahrt die Grätsche macht, springt der Wankel hinzu und lädt nach. Dabei ist das geringe Gewicht des Wankelmotors, ebenso wie seine kompakten Maße der entscheidende Vorteil. Gerade einmal 65 Kilogramm zusätzlich bringt der Komplette Zusatzstrang auf die Waage, inklusive Motor, Generator, Abgasanlage und Kühlung – eine kleine Sensation. Zudem will Engelhart die alten Laster des Wankelmotor in den Griff bekommen wissen. Insbesondere dem Ro80 machten hoher Verschleiß, ein ungesittetes Trinkverhalten und Ölverbrauch zu schaffen. Da der Generator aber mit praktisch gleichbleibender Drehzahl vor sich hinsummt, sind all diese Punkte kein echtes Problem mehr. Und einen weiteren Vorteil hat das Konzept: im Gegensatz zum Hubkolbenmotor, wie er in praktisch allen Benzinern oder Diesel-Motoren anzuteffen ist, läuft der Wankel sensationell leise und vibrationsarm. Die Insassen bemerken praktisch nichts davon, wenn der Generator mitläuft und können sich am höllischen Drehmoment sowie am lautlosen Lauf des Stromers berauschen.
Das gesamte Konzept bietet also eigentlich nur Vorteile. Wenn nicht ein recht üppiger Anschaffungspreis erwartet werden dürfte (schon ein Basis-A1 kostet mehr als die meisten anderen Kleinwagen), könnte der A1 E-Tron das Zeug zum Weltauto haben. Mit einer Reichweite von gut 250 Kilometern und einem Durchschnittsverbrauch von 1,9 Litern Benzin pro 100 Kilometer ist der Audi für umweltfreundliches Reisen prädestiniert. Und für Fahrten unterhalb der 50-Kilometer-Grenze, wie sie im Alltag überwiegend stattfinden, fällt kein Gramm CO2 an. Zudem kostet das Konzept zunächst keine Kfz-Steuer und auch die Kfz-Versicherung erwartet eine günstige Einstufung, was grundsätzlich für alle Stromer gilt (hier können Sie vergleichen). (autaro)





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