Öko
Ökotuning

Tiefer, leistungsstärker, breiter: Das war mal das Motto der Tuningszene. Modernes Tuning geht anders. In Zeiten der Klima-Diskussion ist Öko-Tuning (oder auch Eco-Tuning) angesagt.

Wir kann ich bei meinem alten Auto den Spritverbrauch und die CO2-Emissionen senken? Mit dieser Frage beschäftigen sich mittlerweile Hobby-Tuner genauso wie professionelle Tuning-Experten. Mehrere Firmen entwickeln zurzeit Technologien, mit denen sich die Effizienz von Serienmotoren steigern, und gleichzeitig der Verbrauch und die Emissionen verringern lassen.

Möglichkeiten des Öko-Tuning

Je nach Fahrzeug, gibt es verschiedene Möglichkeiten des Öko-Tunings.

Bei Fahrzeugen mit Ottomotor kann ein sofortiges Einsetzen der Schubabschaltung eingestellt werden. Die Schubabschaltung wird bei vielen Herstellern nicht sofort aktiviert, wodurch es zu einem Mehrverbrauch kommt. Der Grund dafür liegt allerdings beim Abgasverhalten. Während der Schubabschaltung strömen keine Abgase, sondern Luft durch das Abgasnachbehandlungssystem. Nach Beendigung einer Schubabschaltung ist für kurze Zeit aufgrund des Luftüberschusses im 3-Wege-Katalysator mit erhöhten NOx-Emissionen zu rechnen. Deshalb wird von den meisten Herstellern die Schubabschaltung erst dann aktiviert, wenn auch wirklich mit längerem Schubbetrieb zu rechnen ist. Ob die sofortige Schubabschaltung ökologisch sinnvoll ist, bleibt daher noch fraglich.

Chip-Tuning

Bei Dieselmotoren kann auf Voreinspritzungen, die vom Händler vorgesehen waren, verzichtet werden und das Kennfeld adaptiert werden, um einen niedrigeren Verbrauch zu erreichen. Beim Chip-Tuning lautet die ökologische Variante: Der Motor wird durch Änderungen am Steuerchip nicht auf größtmögliche Leistung, sondern möglichst geringen Verbrauch getrimmt

Außerdem gibt es bei Dieselmotoren die Möglichkeit das „Anfüttern" durch Öko-Tuning zu verhindern: Einige Hersteller erhöhen bei Turbodieselmotoren den Abgasdruck durch eine Späteinspritzung, um den Turbolader auf Drehzahl zu halten. Die Motoren haben sonst bei niedriger Drehzahl oft zu wenig Abgas für die Turboaufladung zur Verfügung. Diese künstliche Abgaserhöhung kann durch Öko-Tuning verhindert werden. Auch die Kaltstartanfettung, die bei Dieselmotoren dafür sorgt, dass der Motor schneller auf Betriebstemperatur kommt, kann getrost reduziert werden. Sie ist für die Funktion des Motors nicht zwingend notwendig.

Zukunft des Öko-Tuning

Effizienztechnologien sind nur ein erster Schritt beim Öko-Tuning. Bereits jetzt arbeiten verschiedene Hersteller an „Flex-Fuel" Technologien zum Nachrüsten. Damit ließe sich dann jedes getunte Fahrzeug mit nachwachsenden Rohstoffen, wie Ethanol betanken. Langfristig wird sogar über Möglichkeiten nachgedacht, die verschiedene Rohstoffe kombinierbar zu machen. Dann ließe sich ein öko-getuntes Fahrzeug sowohl mit Normal- und Superbenzin, als auch mit E85 und Flüssiggas auftanken.

Kritik am Öko-Tuning

So positiv Öko-Tuning klingt, es gibt auch einige Kritikpunkte am ökologischen Aufmotzen: In Massentests stellte sich heraus, dass eine kraftstoffschonende Fahrweise dieselben Verbrauchsminderungen erzielen kann, wie eine Veränderung des Kennfeldes. Eine Einstellung des Kennfeldes auf geringen Verbrauch wäre bei entsprechender Fahrweise also nicht nötig.

Dieser Kritikpunkt wiegt schwer, da durch Veränderungen des Kennfeldes unter Umständen die Garantieleistung auf das Fahrzeug vermindert oder ganz versagt wird. Außerdem steigen die NOx-Emissionen stark an, wenn man das Kennfeld zugunsten eines geringen Verbrauchs verändert. Sie erreichen teilweise sogar Werte, die deutlich außerhalb der zulässigen Grenzwerte liegen und somit zu einer Ungültigkeit der Betriebserlaubnis führen.